Archiv nach Monaten: November 2015 - Seiten 2

Die Erkundung von Tarawera (Part 1)

Der Name „Tarawera“ ist ja bereits mehrmals gefallen. Ihr wisst also wahrscheinlich, dass Mount Tarawera ein Vulkan ist, der das letzte mal 1886 ausgebrochen ist und dabei die Pink und White Terraces zerstört hat sowie mehrere Städte. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Vulkan in Zukunft wieder ausbrechen wird.

Obwohl ich den Vulkan gerne bestiegen hätte war es mir die rund 100€, die ich dafür bezahlen müsste, nicht wert. Ich habe mich statt dessen für den See und die Wasserfälle entschieden. Diese zwei Wanderungen liegen am jeweils anderen Ende des Sees, also liegen sie sich quasi gegenüber. Die Wasserfall-Wanderung (lange Strecke von den Wasserfällen zum See) liegt dabei bei 10km (hin und zurück), für die man rund 4 Stunden benötigt. Die See-Wanderung ist ganze 15km (eine Richtung) lang und dauert rund 6 Stunden. Die Wanderung um einen Teil des Sees kann ich also nur machen, wenn ich nachmittags nicht arbeiten muss – denn entweder wandert man den Weg zurück, oder man nimmt das Wasser-Taxi, das täglich um 15:30 Uhr ablegt. Freitag (mittlerweile vorletzte Woche, am 6.11.) musste ich allerdings nachmittags arbeiten, so dass ich mir für diesen Tag die Wanderung zu den Wasserfällen vorgenommen habe.

Erfahrungsgemäß bin ich zwar sehr schnell beim wandern, brauche aber etwas länger für die Wanderungen als angegeben. Eben nicht, weil ich so langsam laufe sondern weil ich dauernd stehen bleibe und die Natur auf mich wirken lasse, entspanne. Ich habe also 5-6 Stunden für die Wanderung angesetzt. Um an den Wasserfall bzw an den See heran zu kommen (man kann mit dem Auto entweder direkt an den See oder zum Wasserfall fahren, beides ist Privatstraße), benötigt man eine Erlaubnis, die man für $5 im Infocenter der dem Wasserfall nahe gelegenen Stadt Kawerau erwerben kann. Obwohl der See nicht weit von Rotorua entfernt ist, fährt man einen ganz schönen Weg, um nach Kawerau zu gelangen – schaut euch das gerne mal auf der Karte an. Insgesamt erwarteten mich rund eine Stunde Autofahrt um die Erlaubnis zu holen und vom Infocenter aus weitere 40 Minuten Schotterstraße. Obwohl ich extra früh losfahren wollte um gleich um 9 Uhr beim Infocenter anzukommen, hat das natürlich nicht geklappt, aber gegen 10:15 Uhr war ich dann am „Outlet“ – dem Campingplatz direkt am See – angekommen. Von da aus ging es zu Fuß Richtung Wasserfall. Statt den Parkplatz direkt am Wasserfall (700m Fußweg) zu nutzen habe ich mich entschieden, am See zu beginnen.

Ich kann nur jedem, der irgendwann mal diese Wanderung machen möchte, empfehlen, in diese Richtung zu wandern (irgendwo hatte ich diesen Tipp gelesen, mich dann mehrfach gewundert warum das so empfohlen wurde aber letztendlich kann ich mich dieser Empfehlung nur anschließen: Es ist wirklich spannender), da man so stromabwärts wandert und die Wasserfälle immer beeindruckender werden. Anfangs wirkt der riesige Fluss noch ganz ruhig, bei genauer Betrachtung erkennt man allerdings, wie stark die Strömung schon direkt am See sein muss. Der Wanderweg beginnt in waldiger Umgebung mit viel hellem Grün und Moos, noch sehr eben. Es geht weiter mit etwas dunklerem grün sowie einigen größeren Steinen am Rand und Wurzeln, die den Weg weniger eben machen. Das Wasser wird nun merklich reißender mit kleinem Gefälle und Steinbrocken im Wasser. Es folgt eine Strecke weiter weg von Wasser, die plötzlich nach Mittelmeer anmutet: kleine Nadelbäume (oder Sträucher?!), die Bäume sind kaum mehr als 3m hoch, der Boden besteht aus kleinem Kiesel und die Sonne knallt nur so auf den Kopf (ich brauche dringend einen Sonnenschutz). Überall riecht es außerdem toll fruchtig-blumig. Danach folgt mehr und mehr vom typischen Dschungel und man sieht den ersten echten Wasserfall, weitere folgen. Man passiert Stellen, an denen der Fluss teils oder komplett unterirdisch verläuft und man kann erahnen, wo und wie tief es gleich runter gehen wird – ich habe mich mal an eine Klippe gestellt aber nicht weiter an den Abgrund getraut, weil es wirklich sehr tief hinunter ging und der Boden nicht sehr fest wirkte. Nun steigt man also den Berg hinab, um die Tarawera Falls von unten zu betrachten (und das war spätestens der Punkt wo ich dachte nein, ich muss doch gleich wieder da hoch!!). Ich folgte dem Weg zum Wasserfall-Parkplatz noch etwas, bis ich dann wieder umkehrte um noch pünktlich zurück zu sein. Gegen 14:30 Uhr musste ich ja bereits aufbrechen, um Reegan pünktlich von der Tagesmutter abholen zu können und es war schon 12:30 Uhr.

Wieder am Wasserfall habe ich dann trotzdem noch eine Mittagspause eingelegt (ich hätte gerne noch viel mehr Pausen gemacht, aber dafür war ich einfach zu spät losgefahren) und dann in gut einer Stunde den Weg zurück zum See bestritten – und das tendenziell bergauf (für den hauptsächlich bergab verlaufenden Hinweg hatte ich ja gut 2 Stunden gebraucht). Ich war also tatsächlich etwas beeindruckt von mir.

Anfangs war ich skeptisch, auf dem Hinweg die leichte Strecke bergab zu nutzen um dann auf dem Rückweg die anstrengendere Strecke bergauf zu laufen. Spätestens auf dem Rückweg war ich aber begeistert davon, den Fluss abwärts gestartet zu sein und es war sehr spannend, wieder die langsame Veränderung der Landschaft mitzuerleben. Nach einer kurzen Entspannungspause am See (ich lag ja wieder gut in der Zeit) habe ich mich auf den Weg zurück nach Rotorua gemacht. Die Schotterpiste erzeugte wie schon auf dem Hinweg ein „tolles“ Konzert von Steinen, die im Sekundentakt ans Auto sprangen (mir war ja schon etwas unwohl dabei), aber letztendlich konnte ich keine Schäden am Auto erkennen – fast zu meiner Überraschung. Übrigens durfte man auf diesem Privatweg bis zu 80km/h fahren aber da hätte ich Angst um mein Leben gehabt!

Auf dem Rückweg bin ich wieder an den tausenden Seen vorbei gekommenen, habe aber keinen weiteren Stopp eingelegt (deswegen ist das letzte Foto auch so schief. Das wurde blind aus dem fahrenden Auto aufgenommen, ich musste mich ja auf die Straße konzentrieren). 😀 Pünktlich bin ich dann bei Reegan angekommen und habe mich um die Kids gekümmert, bis diese ins Bett mussten. Und schon wieder ein Tag vorbei. Geht das schnell! 🙂

 

 

Zwischenbericht: Abschied und Aufbruch

Aus gegebenem Anlass schiebe ich mal wieder einen chronologisch nicht passenden Beitrag ein, um euch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Der erste Monat ist tatsächlich schon um! Vor 4 Wochen bin ich in Neuseeland angekommen, habe seitdem viel erlebt und nun steht der erste große Abschied an. Mensch, ging das schnell! Ich werde die Familie definitiv vermissen, obwohl es auch interessant sein wird, Neues zu erleben.

Ich muss noch meinen Rucksack packen und dann geht es morgen um 13 Uhr los Richtung Wellington, wieder mit dem Bus. Dort werde ich zwei Nächte bei einer Dame aus Polen couchsurfen. Dienstag bin ich mit dem Fahrrad in Wellington unterwegs, bevor ich Mittwoch die Fähre nach Picton nehme – mit dem Bus. Ich habe nämlich online einen günstigen Bus-Pass erworben, mit dem ich nun noch 40 Stunden Bus durch Neuseeland fahren kann und somit nichts für die Fähre zahlen muss, außer 3 Stunden meiner verfügbaren Reisezeit. Von Picton werde ich einen Campervan nach Christchurch rückführen (ich bezahle also nur das Benzin und habe bis Donnerstag Zeit, ihn abzugeben). Ich hoffe, Mittwoch auf einem tollen Campingplatz am Meer zu übernachten – aber ich muss noch schauen, wie sich alles so entwickelt. Für Donnerstag habe ich nun einen weiteren Rückführungswagen angefragt, mit dem ich dann wieder zurück nach Picton fahren würde – ich könnte also Christchurch und Umgebung erkunden, bevor ich Samstag nach Picton fahre. Falls es mit dem Wagen nicht klappt, werde ich einfach mit dem Bus nach Picton fahren und vorher Christchurch zu Fuß erkunden. Von Picton aus geht es direkt weiter nach Nelson, eine kleinere Stadt in der Nähe meines nächsten Jobs. Am Sonntag startet der Bus nach Kaiteriteri nämlich bereits um 7 Uhr morgens und bringt mich zum Hostel. Mal schauen, wie es mir dort so gehen wird. Auch für Nelson habe ich bereits eine Couchsurfing-Option gefunden, nur für Christchurch muss ich noch entscheiden, wo ich übernachten werde.

In den nächsten Tagen werden euch weitere Beiträge über den Mount Tarawera, über Taupo und weitere geothermische Attraktionen erwarten. Aufholen werde ich die mittlerweile über eine Woche Rückstand wohl nicht mehr, da ich einfach so viel unternehme. Und ich weiß, dass ich auch immer so viel schreibe, dass ich nicht mehr als einen Beitrag pro Tag veröffentlichen kann – sonst kommt ihr mit dem Lesen gar nicht mehr hinterher. 😉

An dieser Stelle (da es im letzten Beitrag vielleicht etwas untergegangen ist) möchte ich nochmal auf die interkative Karte hinweisen, die ich erstellt habe und die ihr oben im Menü finden könnt. Dort könnt ihr auch bereits sehen wo ich war oder sein werde, bevor der entsprechende Beitrag dazu veröffentlicht wurde – die Karte lässt sich nämlich leichter up to date halten. 🙂 Über Hinweise, wie ich die Karte anpassen kann damit ihr sie besser / leichter nutzen könnt, würde ich mich freuen. So richtig glücklich bin ich mit der Übersichtlichkeit nicht, aber ein besseres Tool habe ich auf die Schnelle auch nicht gefunden.

Nun denn, auf zu neuen Ufern (tatsächlich, denn es geht nun auf zur Südinsel)! Ich versuche, in den nächsten Tagen trotzdem noch den einen oder anderen Beitrag zu veröffentlichen, weiß allerdings nicht, wo ich wann Internet-Zugang haben werde. Bis bald!

Ein bisschen Maori-Kultur

Wieder zurück stand am Donnerstag wieder Arbeit an. Aber erst nachmittags, ich konnte mir also bis 15:30 Uhr etwas schönes aussuchen. Nach etwas Recherche beschloss ich, mir endlich ein bisschen Maori-Kultur anzuschauen und buchte mich für mittags in „Whakarewarewa – The Living Maori Village“ ein. Aber was bis dahin machen? Ich entschied, endlich mal den Mount Ngongotaha zu besuchen – auf den Gipfel hoch sollte es 1.5 Stunden dauern. Da ich mal wieder etwas getrödelt hatte, stand ich nun schleunigst auf und mir stand nun ein etwas knapper Zeitplan bevor. 3 Stunden hoch und wieder runter durfte ich zumindest nicht für die rund 6km Strecke brauchen, so viel war klar.

Gegen 10 kam ich am Berg an und folgte nun dem ausgeschilderten Rundweg bis zu der Stelle, an der die Gipfelstrecke begann. Bis um 11 Uhr wollte ich oben sein (und das schaffte ich auch ziemlich genau). Der Rundweg war als Lernpfad angelegt, diverse interessante Schilder standen hier immer wieder verteilt und gaben interessante Informationen über Tiere und Pflanzen. Auf dem Gipfelwanderweg gab es diese Schilder dann aber nicht mehr. Der Wald wirkte sehr verlassen, war schön grün und es war angenehm dort zu wandern, aber keine absolute Erleuchtung. Ich wurde zwar bereits von den Schildern, die die Wanderwege auswiesen, vorgewarnt, dass es oben keinen Ausblick zu genießen gäbe, enttäuscht war ich trotzdem etwas, da man wirklich so gar kein Möglichkeit auf dem gesamten Gipfelwanderweg hatte, die Landschaft zu sehen. Vom Rundwanderweg aus gab es allerdings eine Stelle, wo ich dann auch gleich eine kleine Fotopause einlegte. Auf dem Gipfel befand sich dann nur ein „hübsches“ Gebilde.

Bergabwärts musste ich mich dann wirklich sputen und gegen 11:40 Uhr habe ich eilig den Parkplatz verlassen und bin um 11:55 Uhr noch pünktlich zum Führungsbeginn beim Maori-Dorf angekommen. Ich schloss mich also der gut eine Stunde langen Führung durch das Dorf an und lernte dabei durchaus Interessantes. Beispielsweise habe ich endlich herausgefunden, wer „Guide Sophia“ ist oder war, von der ich schon oft gelesen habe. Ein solcher Maori-Guide kann nämlich nicht jeder Maori einfach so werden, statt dessen gibt es nur wenige. Guide Sophia führte die Touristen zu Zeiten des großen Vulkanausbruchs durch die Gegend und hat in der Nacht der Katastrophe rund 50 Menschen in ihrer Hütte aufgenommen und somit gerettet. Interessanterweise waren alle Guides, von denen erzählt wurde, weiblich, obwohl es zumindest jetzt mehrere männliche Guides gibt. Viele, die beim Vulkanausbruch ihr Heim verloren haben, sind nach Whakarewarewa gezogen, wo die Familien heute noch leben. Dort leben sie tatsächlich ein ganz normales Leben, weswegen auch nur tagsüber, während sie arbeiten sind, das Dorf für Touristen zugänglich ist.

Ich habe außerdem etwas über das Kochen im heißen Wasser gelernt (es wird z.B. nur Gemüse aber kein Fleisch in den Quellen gekocht, um somit das Wasser nicht mit Bakterien zu verseuchen). Auch die heißen geothermischen Öfen wurden uns gezeigt, die in relativ kurzer Zeit Essen gemütlich garen können. Oftmals werden die Speisen direkt in den Plastiktüten erwärmt, da die nasse Hitze das Plastik nicht angreift. Es werden auch Süßspeisen darin zubereitet.

Weiter ging es dem öffentlichen Badebereich, in dem täglich ein Bad genommen werden kann. Das ist wie in einer Badewanne: Der letzte zieht den Stöpsel. Das Wasser füllt sich dann über den Tag wieder im Becken auf und kühlt ab, da es direkt aus der Quelle zu heiß zum baden wäre. Danach sahen wir den Geysir, der auf dem Nebengelände von „Te Puia“ steht (ein weiterer Ort, an dem man Maori-Kultur kennenlernen und zudem noch diverse geothermische Attraktionen besichtigen kann — allerdings zu einem stolzen Preis von $50, weswegen ich das ausgespart habe) und just in dem Moment Wasser ausstieß (das tut er etwa jede Stunde). Im Anschluss zeigte unser Guide uns, was jedes Kind lernt — eigentlich als Übung zum Führen von Waffen, aber auch als Vorführung für diverse Zusammenkünfte, letzteres vor allem beliebt bei den Frauen. Diese kleinen Bobbel machen Töne und man kann sie ganz verrückt rumschleudern. Doch schaut selbst:

Nun ging es weiter, vorbei an diversen Gräbern und zu einem weiteren Aussichtpunkt, von dem man erneut nach Te Puia schauen kann. Die Führung kam damit zum Ende, es erwartete mich jedoch 45 Minuten später noch eine rituelle Maori-Vorführung, die ich mir gerne noch anschauen wollte. Bis dahin unternahm ich noch einen Spaziergang durch die Stadt und die gerade gesehenen Orte, diesmal ohne massiven Menschenstrom (hach war das angenehm…). Bei der Vorführung passierte etwas lustiges: Eine alte Dame spielte Gitarre, plötzlich riss ihr eine Saite, so dass das folgende Lied (vermutlich unplanmäßig) ohne Gitarrenbegleitung vorgetragen wurde:

Beeindruckend fand ich, wie sie sich die Stöcker ohne hinzuschauen quer über die Schultern werfen konnten und sie stets genau dort landeten, wo sie hin sollten. Interessant war auch, dass der Haka, der Kriegstanz, bei den Männern zu massiven blauen Flecken führte. Sie schlagen sich auf Brust und Arme und das scheinbar mit so viel Kraft, dass dies blaue Flecken hinterlässt (vielleicht liegt es auch nur daran, dass diese Vorführung 2 mal täglich statt findet…).

Nach der Vorführung wanderte ich noch druch das „Hinterland“ des Dorfes, wo es mehrere kleine und größere Seen und diverse Matschquellen zu sehen gab. Ich konnte außerdem noch einmal den Geysir beim um sich spucken beobachten und habe dabei festgestellt, dass man vermutlich einfach so von Whakarewarewa nach Te Puia gehen kann, wenn man einfach unerlaubterweise eine kleine mit Holzzaun (um den man herum gehen konnte) abgegrenzte Fläche überschritt. Aber wer weiß, ob man nicht irgendwo versehentlich in einer heißen Quelle landet. 😀

Mittlerweile war es fast Zeit, dass ich Reegan von der Tagesmutter abholen musste, so dass ich mich langsam auf machte. Mir stand noch ein weitestgehend entspannter Abend mit den Kids bevor, bevor ich mich entspannt ins Bett zurückziehen konnte. Und schon wieder ein Tag vorbei!

Ist euch übrigens schon meine neue interaktive Karte aufgefallen, die ich der Seite hinzugefügt habe? Ich muss sie noch weiter ausbauen, aber so könnt ihr vielleicht schöner sehen, wo ich so überall war. Ich teile dennoch weiter unter jedem Beitrag den Google Maps Eintrag:

 

Von Tauranga nach Rotorua

Die Wettervorhersage für Mittwoch war beeindruckend furchtbar. Auf dem Radar sah man die komplette Nordinsel Neuseelands… nicht mehr.

wetterbericht

24h-Wettervorschau der Nordinsel

Meine bisherige Erfahrung sagte mir allerdings, dass es am Ende gar nicht so schlimm sein würde. Und so verabschiedete ich mich von Maria und fuhr mit dem Auto geradewegs in einen so starken Regenschauer, dass ich trotz Scheibenwischer (auf stärkster Stufe) genau noch 5m weit schauen konnte und selbst das nur verschwommen. Es regnete so stark, dass ich den Scheibenwischer quasi auch hätte aus lassen können, weil die Scheibe direkt nach dem Wischen wieder genauso verregnet war wie davor. Oder, wie man im Englischen so sagt: it was raining cats and dogs. Ich flüchtete schnell in einen Supermarkt, um mir ein Frühstück zu organisieren und der Plan ging voll auf: Nach dem Einkaufen nieselte es nur noch.

Ich überlegte kurz, ob ich noch in die Kunstgalerie gehen sollte. Dafür hätte ich allerdings wieder etwas zurück in Richtung Hafen fahren müssen und mich deswegen doch dagegen entschieden. Lieber wollte ich mir die Kaiate Falls (wie, schon wieder Wasserfälle?!) anschauen. Nach dem mickrigen McLaren Falls Wasserfall erwartete ich von den Kaiate Falls reichlich wenig, die Fotos sahen nicht sonderlich beeindruckend aus. Vermutlich wegen der starken Regenfälle kurz zuvor haben mich diese Wasserfälle aber echt stark beeindruckt. Das Wasser sprudelte nur so vor sich hin und die Wasserfälle waren auch wirklich Wasserfälle: erst einmal fiel das Wasser in drei Stufen von einer Wand und kurz darauf folgte noch ein weiterer Wasserfall. Das Gebiet wirkte etwas verwildert, was in diesem Fall aber einen wunderbaren Charme versprühte (es sah durchaus noch gepflegt aus aber man sah, dass es früher einmal viel mehr Wanderwege dort gab, die nun aber ziemlich verwachsen waren). Der Himmel war mittlerweile auch wieder aufgeklart, die Sonne schien als wäre eben nicht auch nur ein Tropfen gefallen. Als ich mein Auto auf dem Parkplatz parkte, war wirklich niemand dort – als ich nach der kurzen Wanderung zum Parkplatz zurück kam, war der plötzlich voll. Also alles richtig gemacht. 🙂

Danach fuhr ich weiter Richtung Rotorua, machte aber noch einen kurzen Zwischenstopp in Te Puke bei Kiwi 360 – einer Kiwiplantage, schön touristisch aufbereitet. Die Tour im Kiwikart war mir allerdings zu teuer ($20), so dass ich nach Durchstöbern des Shops (es gab wirklich nichts tolles außer neuen kostenlosen Landkarten) dann auch direkt weiter fuhr. Aber wenigstens habe ich das übergroße Wahrzeichen, die Riesenkiwi, gesehen. Mal wieder was von der ToDo-Liste abgehakt. 😉

Als ich gerade kurz vor Rotorua war, setzte der Regen wieder ein. Nicht ganz so stark wie am Morgen, aber doch fast. Ich war froh, wieder zu Hause anzukommen – dort wurde gerade festgestellt, dass 2 der 4 Kids neue Schuhe brauchen, weil die aktuellen total durch waren und den Regen nicht mehr überstanden haben. Wir sind also nochmal gemeinsam in die Stadt gefahren und haben neue Schuhe besorgt (und Reegan hat einen süßen Minion-Fahrradhelm für mich aufgesetzt) bevor es dann KFC-Abendessen gab und ich mich für den Tag verabschiedet habe.

Schlafen konnte ich dann leider ewig nicht, da erst die Katze vor meinem Fenster unaufhörlich miaut hat und dann… War ich einfach nicht mehr müde. Super, am nächsten Morgen war ich also so richtig schön nicht fit, obwohl ich extra früh los wollte! Aber mehr davon im nächsten Beitrag.

 

 

Auf zum Strand!

Wie sich Samstag im Laufe des Tages bereits angekündigt hatte, war die kleine Erkältung doch nicht ganz so klein wie gehofft. Da ich Sonntag auf die Kids aufpassen musste, war das ein Problem – glücklicherweise waren aber weder Rylee noch Cassidy da und Addison war selbst genauso krank wie ich, so dass nur Reegan unter dem Nichtstun litt, das am Sonntag erfolgte. Wir lagen eigentlich den ganzen Tag unter Decken eingekuschelt auf dem Sofa und haben Filme geschaut. Eigentlich doch auch mal ganz schön, wenn man sich nur nicht so bescheiden fühlen würde…

Auch Montag ging es mir noch nicht wirklich besser. Allerdings fand ich am Montag endlich eine Couchsurfing-Möglichkeit für Tauranga, auch noch direkt ab diesem Tag, so dass ich mich irgendwann doch aufgerafft und auf den Weg gemacht habe. Dieses mal bin ich bei Maria untergekommen, einer argentinischen Segellehrerin, die für 3 Jahre im Sommer in Neuseeland unterrichtet. Ich war ja erst etwas skeptisch, da sie bisher keine Referenzen hatte und die Adresse „Im Yachtclub“ doch erstmal etwas suspekt wirkte. Aber ich dachte mir dass ich im schlimmsten Fall sicher auch ein Hostel finden und dann halt den Tag darauf wieder nach Rotorua zurück fahren könnte.

Der Highway zwischen Rotorua und Tauranga war irgendwie toll, sehr kurvig mit seinem ganz eigenen Charme. Den Charme habe ich dann beim Einfahren in Tauranga massiv vermisst: Der Hafen sah komplett nach Industriehafen aus, mit dicken Containern und natürlich ohne Sandstrand. Nunja, vom Hafen hat man erstmal auch nicht viel gesehen, eigentlich nur besagte Container. Strand und Hafen sind in diesem Fall völlig voneinander getrennt, ich werde also später noch einen schönen Strand sehen. Nun, ich fuhr also von dem Highway in massives Industriegebiet und mein Gefühl wurde immer seltsamer. Nach einigen Kurven landete ich dann aber tatsächlich an einem Hafen mit einem Yacht- und Segelclub und nach kurzem Herumirren wurde mir dann tatsächlich auch die Tür von Maria geöffnet. Eine Freundin und Kollegin, Christine (ja, haha!) war zu Besuch und es gab noch ein bisschen chinesisches Essen, Wackelpudding mit Obst und super leckeren Rotwein für mich. Zum Abschluss des Abends haben wir noch gemeinsam einen Film geschaut (diesmal bin ich eingeschlafen) und mein Bett war tatsächlich eine Couch mit Schlafsack – nichts desto trotz sehr gemütlich und ich konnte prima schlafen!

Am nächsten Morgen habe ich ein Frühstücksangebot in Maunganui (was quasi ein Vorort von Tauranga ist) gebucht, so dass wir für insgesamt $25 zu zweit absolut lecker frühstücken waren. Maria hatte einen Kaffee und French Toast mit Banane, Sirup und Bacon (ja, komische Mischung, oder?) und ich ein verdammt gutes Steak-Sandwich. Halleluja, so gut habe ich lange nicht mehr gefrühstückt. Nach dieser Stärkung sind wir gemeinsam den Mt Maunganui hinauf gelaufen (und Mensch, im Gegensatz zu diversen anderen Menschen waren wir wirklich langsam und träge…), bevor Maria arbeiten musste und ich mich noch ein wenig alleine vergnügt habe. Darüber war ich ehrlich gesagt auch ganz glücklich, denn irgendwie hat sie mir etwas zu viel geredet. Nett, ja klar, aber ich brauche auch mal 10 Minuten Ruhe und Stille…

Zunächst bin ich nun tatsächlich an den Strand gefahren und habe meine Füße mal ins Meer gehalten (brrr, kalt!), ein paar Muscheln gesammelt, eine Nachricht in Sand geschrieben und mich einfach mal ein bisschen in der Sonne entspannt. Danach bin ich zum McLaren Falls Park aufgebrochen. Auf der Website und über Tripadvisor klang der Park sehr toll, ich war allerdings nur bedingt begeistert. Irgendwie war es alles müllig (nicht im Sinne von Wegwerfmüll sondern die Wanderwege waren irgendwie heruntergekommen) und unspektakulär. Die Wege waren schlecht bis gar nicht ausgeschildert, so dass ich dauernd den falschen Weg erwischt habe. Ich hatte auch mit mehr Menschen gerechnet, immerhin kann man im Park auch campen – aber irgendwie war außer einer handvoll Menschen und dem Parkranger keine Menschenseele zu sehen.

Ich bin trotzdem ein bisschen durch den Park geschlendert, mit einem besonderen Ziel: Bei den Wasserfällen soll es Glühwürmchen ab Einbruch der Dunkelheit geben. Bekanntermaßen bin ich ja der mutigste Mensch überhaupt, besonders allein und vor allem in dunklen Wäldern… Ich hab also erstmal im Hellen den Weg erkundet (zum Glück, da lagen zum Beispiel einfach irgendwelche leeren riesigen Holzkisten herum die mir irgendwie Angst gemacht haben, im Dunklen hätte ich mich sicher noch mehr gefürchtet). Bei Sonnenuntergang habe ich mich dann wieder an den unspektakulär winzigen Wasserfall gesetzt und tapfer eine halbe Stunde ausgeharrt, bis mich doch langsam die Panik überkam. Und Glühwürmchen? Keine Spur! Noch fünf weitere Minuten habe ich durchgehalten, bis es mir zu dunkel und unheimlich wurde, dann bin ich doch aufgebrochen ohne auch nur ein Glühwürmchen erblickt zu haben.

Und direkt, nachdem ich losgelaufen bin, hab ich sie gesehen. Erst vereinzelt an einem Stein, dann immer heller und immer mehr um mich herum. Sie haben in einem wunderschönen türkis-grün-blau geleuchtet und es war wirklich wundervoll. Außerdem war ich stolz, dass ich lange genug durchgehalten habe – ganz allein! Nachdem ich zunächst meine erste Fundstelle ausgiebig mehrere Minuten inspiziert habe, leuchteten sie danach an allen Ecken und Enden um mich herum. Ein märchenhafter Anblick! Das hat mich dann doch wieder glücklich gestimmt und der Besuch hat sich doch gelohnt (nicht zuletzt auch, weil ich nicht völlig enttäuscht mit Marco angekommen bin sondern vorher in Ruhe alleine alles auschecken und diesen Ort als für tagsüber ungeeignet einstufen konnte – vielleicht bietet sich aber eine Übernachtung auf dem Campingplatz an, um nochmal die Glühwürmchen anzuschauen).

Auf dem restlichen Weg zurück zum Auto habe ich noch einige Glühwürmchenspots gesehen, die aber zunehmend weniger wurden. Ich bin also mit meiner Handy-Taschenlampe ziemlich nervös durchs Dunkel getappt, bis ich endlich erleichtert im Auto saß und mich schnell davon gemacht habe. Kurz nachdem ich die McLaren Falls verlassen habe, habe ich dann noch ein extrem langsames Tier auf der Straße gerettet, indem ich für es angehalten habe. Was es war – keine Ahnung, es hatte etwas von einem Igel aber ohne Stacheln. Bestimmt irgendein „Pest“-Tier, das nun Bäume anknabbert :O

Wieder in Tauranga gab es schnell noch eine Portion Spagetthi, bevor ich mich schlafen gelegt habe. Richtig fit war ich noch nicht, also war 10 Uhr doch eine gute Zeit zum Schlafen! Ich wollte ja fit für den nächsten Tag sein, für den allerdings schlimmer Regen angekündigt war.

 

Hier war der Yachtclub:

Man sieht auch direkt den Mount und den Vorort.

Danach war ich beim McLaren Falls Park:

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