Archiv nach Monaten: Dezember 2015 - Seiten 2

Zwischenupdate: Ein letzter Tag ohne Marco

Endlich ist es so weit! Morgen kommt Marco in Neuseeland an. Ich freu mich schon riesig. Er sitzt bereits seit einigen Stunden im überbuchten Flugzeug und in nicht mal 24 Stunden ist er dann hier. Juhuuu! Ich bin gestern in Auckland angekommen, habe meinen Mietwagen abgegeben (der hatte einen Steinschlag und ich bin mir nicht sicher, ob der vorher schon da war und einfach nur schlimmer wurde oder ob mir da tatsächlich was rauf geflogen ist – schien bei der Abnahme aber niemandem aufgefallen zu sein) und warte nun ungeduldig und voller Vorfreude auf Marco.

Nachdem es erst so schien, als würde ich in Auckland keine Unterkunft finden, wurde mir dann gestern spontan noch von 4 Leuten zugesagt – aber ich hatte bereits eine Unterkunft im rund 1.5 Stunden entfernten Pukekohe gefunden. Dort wohnt nämlich Amys Schwester Michelle und es ist super gemütlich hier. Die Familie hat drei Kinder (einen Jungen und zwei Mädels) im Alter zwischen 5 und 10 Jahren und es ist schön, mal wieder ein familiäres Feeling zu genießen nach den ganzen nervenaufreibenden Hostel-Übernachtungen und den schon entspannteren aber doch etwas einsamen Auto-Übernachtungen (die letzten 5 Nächte habe ich ziemlich gemütlich im Auto übernachtet und fand es wirklich schön). Die letzten zwei Monate waren doch viel härter als erwartet und ich hatte mitunter ganz schön Heimweh und Frust.

Wenn Marco dann da ist, haben wir schon einiges geplant, anderes geht trotz Planung gerade völlig schief und wieder anderes lassen wir einfach auf uns zukommen. Was so schief läuft: die Autovermietung, die einfach völlig bescheuert ist. Online stand definitiv, dass ab 10 Tagen Mietdauer die Fähre für die Überfahrt zwischen Nord- und Südinsel mit inbegriffen ist. Mails, in denen wir die Fähre buchen wollten, wurden ignoriert, Telefonanrufe mit „ruf Montag nochmal an“ abgespeist und das Beste: Angeblich ist in unserem Deal gar keine Fähre mit inbegriffen. Und wo das denn auf der Webseite steht, dass es so wäre. Das wurde nun umgehend von der Webseite entfernt, ohne uns noch irgendein Feedback zu geben. Klasse Problemlösung! Ich bin mittlerweile richtig sauer. Am liebsten würde ich über eine neue Autovermietung ein besseres Auto mieten, in dem auch die Fährüberfahrt inbegriffen ist. Aber leider wurde uns schon der komplette Mietbetrag abgebucht und ist auch nicht rückerstattbar. Echt ne ganz linke Nummer mit denen… Die werde ich definitiv morgen bei der Abholung noch mal so richtig terrorisieren.

An meinen Geburtstag machen wir dann eine Rafting-Tour in den Waitomo Caves (ich musste schon ein bisschen betteln, Marco fand es zu teuer – aber hier ist nunmal alles teuer und ich will nun endlich mal den ganzen teuren, besonders spaßigen Teil machen! Auch eine Kayak-Tour und eventuell sogar ein Fallschirmsprung stehen auf der Todo-Liste). Am 17. wollen wir dann die Fähre zur Südinsel nehmen und Weihnachten in der Region Westküste / Queenstown verbringen, bevor es zu Silvester nach Wellington gehen soll. Die letzten Tage unserer Reise werden wir dann im Norden der Nordinsel verbringen, bevor es am 12. Januar schon wieder los nach Korea geht, wo wir nochmal 3 Tage in Seoul verbringen. Am 15. sind wir dann wieder in Deutschland. So viel also zu den nächsten 5 Wochen. Ich versuche weiterhin, hier wenigstens ein bis zwei mal pro Woche ein paar Updates zu geben.

P.S.: Vielen Dank an den „anonymen“ Kalendersponsor. Das Türchen für den 14. ist bereits gut investiert 🙂

P.P.S.: Endlich mal Geburtstag im Sommer! So fühlt sich das also an wenn man sich auf tolle Outdoor-Aktivitäten für den Tag freuen kann. Das will ich immer! x)

Ein sonniger Tag in Wellington

Montag ging es nach gefühlt stundenlangem Packen, einer großen Verabschiedungsrunde, einem letzten kleinen Snack sowie einem Skype-Gespräch mit Marco auf zum Busbahnhof in Rotorua. Dort wartete eine riesige Menge Menschen auf den Bus nach Taupo, der einfach nicht kommen wollte – und das war besonders toll, da es schon den ganzen Tag wie aus Eimern goss. Um 13 Uhr sollte der Bus abfahren, um 13:10 Uhr kam endlich ein „winzig“ kleiner Bus an (ich hatte einen Standard-Reisebus erwartet, da war der Bus mit rund 8 Sitzreihen doch nur etwa ein drittel so groß, wie erwartet), in den gerade so alle Passagiere gepasst haben. Ein besonderes Highlight der Reise: Der Regen lief durch Licht- und Belüftungsvorrichtungen in den Bus. Das Phänomen begann zunächst recht weit vorne, weitete sich dann aber immer weiter auf die hinteren Sitzreihen aus. Jeder dritte Passagier wurde also schön voll getropft. Großartig! Ich war zum Glück nicht betroffen. Ich saß mal ganz hinten.

Mit „nur“ 20 Minuten Verspätung kamen wir um 14:20 Uhr endlich in Taupo an, wo der Anschlussbus nach Wellington um 14:05 Uhr hätte abfahren sollen. Hätte, zum Glück – er hat tatsächlich auf unseren Bus gewartet und rund die Hälfte der Passagiere wollte auch tatsächlich mit dem Bus Richtung Wellington weiter fahren. Diesmal in einem wie erwartet großen Reisebus, der tatsächlich auch nahezu voll war, ging es dann weiter nach Wellington. Das Wetter hielt sich beharrlich schlecht, man konnte nicht sehr weit sehen: Es war nebelig und rengerisch. Nach einigen Gesprächen mit meinem Sitznachbarn und einer dringend notwendigen Pipi-Pause habe ich mich ins Land der Träume verabschiedet. Als ich schließlich wieder aufgewacht bin – noch rund 1,5 Stunden von Wellington entfernt – strahlte die Sonne nur so um die Wette mit sich selbst. Glück gehabt, so sollte das immer sein: Augen zu und alles schlechte ist weg!

Gegen 20:20 Uhr kamen wir also – diesmal pünktlich – in Wellington an und ich habe Dank google zuverlässig den richtigen Bus gefunden, der mich zu Magda, meiner Host-Couchsuferin, brachte. Die Busfahrt zeigte mir bereits etwas von Wellington und ich war durchaus angetan. Endlich mal wieder eine Großstadt, die aber trotzdem jede Menge Natur zu bieten schien. Ein kleiner Springbrunnen auf dem Wasser, der in wechselnden Farben beleuchtet war, machte den letzten Rest des Sonnenuntergangs zu einem wirklich schönen Anblick. Die Bäume, die den Boulevard säumten, waren auch beleuchtet – ob nun absichtlich oder unabsichtlich hatte das tatsächlich etwas sehr weihnachtliches.

Magda wohnt in einem Haus mit drei oder vier weiteren Mitbewohnern (Warum ich das nicht weiß? Ich hab sie nur kurz gesehen und nie alle zusammen. Es waren definitiv zwei Männer und ich glaube zwei verschiedene Frauen. Sicher bin ich da allerdings nicht). Hier habe ich tatsächlich eine Couch gesurft, die zwar sehr schmal aber trotzdem gemütlich war. Magda und ich haben zusammen ein Bier getrunken und uns nett unterhalten (über Motorräder und Unfälle, sie fährt nämlich auch – aber auch über Fahrradfahren, Mitbewohner, usw.). Zum Abendbrot habe ich noch eine Hühnchen-Suppe mit Pilzen bekommen und ich muss sagen: Trotz der Pilze war diese Suppe wirklich sehr sehr lecker! Wir haben den Plan geschmiedet, am nächsten Morgen noch vor Magdas Arbeitsbeginn den Mount Victoria zu besuchen, so dass die Entscheidung, bald zu Bett zu gehen, durchaus naheliegend war.

Am nächsten Morgen starteten wir um 7:30 Uhr in Richtung Mount Victoria. Dies ist ein wirklich wunderschöner Park, mitten in Wellington, natürlich auf einem Berg. Die gesamte Wellington-Region scheint eigentlich nur aus Hügeln/Bergen zu bestehen. Und dieser… war mordsmäßig anstrengend zu besteigen. Die Armen Menschen, die das täglich machen, weil ihr Haus dort auf halber Höhe liegt. Magda erzählte mir von den diversen Radwanderwegen, die Wellington – auch bekannt als die Mountainbike-Hauptstadt – zu bieten hat. Sie mountainbiked regelmäßig und ich habe richtig Lust bekommen, dort ein bisschen mit dem Fahrrad herumzufahren. Ach, ich hatte ja angekündigt, Wellington mit dem Rad erkunden zu wollen – daraus wurde nichts, da der Fahrrad-Verleih leider vollständig ausgebucht war. Eine Schulklasse hatte bereits alle Räder gebucht. Naja, auch nicht so schlimm, so war ich eben zu Fuß unterwegs.

Nachdem wir den Mount Victoria Lookout erreicht hatten, haben wir uns wieder auf den Weg in die Stadt gemacht. Mit rund 30 Minuten Verspätung kam Magda dann auf Arbeit an (was aber zum Glück nicht wirklich schlimm war) und ich habe meine eigene Erkundungstour gestartet. Zunächst noch etwas ziellos, vorbei an der riesig großen Universität der Stadt, habe ich dann meinen Weg zum Cable Car gefunden – nur leider nicht zur Station unten in der Stadt sondern blöderweise direkt oben auf dem Berg, wo sich der Botanische Garten befindet. Gut, dann fahre ich halt nicht mit dem Cable Car nach oben. Pech gehabt.

Bei der oberen Station gab es ein kleines kostenloses Cable Car Museum, das ich mir zunächst angeschaut habe, bevor ich dann den ebenfalls kostenlosen Botanischen Garten durchstöbert habe. Auf meinem Weg bergab kam ich so an verschiedenen Regionen vorbei und konnte nicht widerstehen, einen kleinen Umweg durch den Bush Walk zu nehmen (ich hatte einfach schon wieder Sehnsucht nach diesen tollen Gerüchen, die der Dschungel bietet). Um kurz nach 12 kam ich wieder bei Magdas Arbeit an und wir sind gemeinsam zum Mittagessen gegangen. Ich hatte mir endlich mal wieder Pizza gewünscht und in einem nahe gelegenen Pub war ich so sehr glücklich mit einer höllisch scharfen Salami-Pepperoni-Oliven-Pizza und einem Ginger Bier (das nicht nach Bier geschmeckt hat sondern wie normales Ginger Beer, aber trotzdem alkoholisch war), das wir auf gemütlichen Sackmatten im Park vor dem Pub verspeist haben (und Magda hat bezahlt, obwohl ich ihr gerne das Mittagessen als Dankeschön ausgeben wollte). Nach der Mittagspause wollte ich zunächst einmal zum Hafen (nach einem kleinen Fresskoma saß ich dort knapp eine Stunde und habe Menschen zugeschaut, Musikern gelauscht und einfach nur ein bisschen entspannt), bevor ich dann das (auch kostenlose) riesige Museum Te Papa besucht habe. Eigentlich war das Wetter ja zu gut, um einen halben Tag im Museum zu verbringen, aber nach meinen Wanderungen am Vormittag war ich erschöpft und so war diese Option doch recht erholsam.

Das Museum umfasste viele verschiedene Ausstellungen, z.B. über Erdbeben (und wie man sein Haus erdbebensicher macht), verschiedene Tiere, Maori-Kultur, eine Fotogalerie und vieles mehr. Besonders toll fand ich, dass es immer wieder sehr lebendige Exponate gab (z.B. gab es einen Schiff-Container mit diversen Kisten, Koffern und Kram, den man nach den verschiedenen Bedrohungen für Neuseeland untersuchen sollte – dies waren z.B. Spinnen, Mücken oder Fledermäuse, teilweise hätte man dort gar keine Bedrohung erwartet aber die Erklärungen warum sie gefährlich sein können waren nachvollziehbar). Ich habe dort auch eine Website gesehen, auf der alle Erdbeben aufgelistet sind die so in Neuseeland gemessen wurden. Ich muss tatsächlich schon einige miterlebt haben, die ich allerdings nicht gespürt habe. Schaut euch das ruhig mal selbst an unter http://www.geonet.org.nz/quakes, das ist schon ein bisschen aufregend! 😀 Insbesondere für ein kostenloses Museum war Te Papa wirklich außerordentlich großartig. Man kann dort sicher mehrere Tage verbringen, wenn man sich alles in Ruhe anschaut und ausprobiert. Warum in Wellington fast alle Dinge kostenlos sind weiß ich übrigens nicht, aber toll finde ich das schon.

Gegen 17 Uhr holte ich Magda wieder von Arbeit ab und diesmal bummelten wir noch etwas durch die Stadt (ich musste ja zumindest noch das Parlament, genannt Beehive, von außen sehen). Danach haben wir uns einem Pub-Quiz angeschlossen – bei genau einer Frage konnte ich helfen. Es ging um ein Dessert, das dem deutschen Wort für „Whirlpool“ entspricht. Erst in diesem Zusammenhang habe ich gelernt, dass das, was wir als Whirlpool kennen, ein Spa bath (oder Jacuzzi) ist und whirlpool eigentlich was heißt? Genau, Strudel!

Bevor es dann ins Bett ging, haben wir noch ein wenig über einem Cider gequatscht (diesmal durfte ich endlich bezahlen) und ich muss sagen: Der gesamte Aufenthalt in Wellington war großartig. Magda war wirklich super und ich habe mich rundum wohl gefühlt. Wellington ist definitiv eine Stadt, zu der ich nochmal wiederkehren werde. Gezwungenermaßen, denn ich muss ja irgendwie wieder auf die Nordinsel kommen, nachdem es nun zur Südinsel geht – aber ein weiterer Stopp ist durchaus erwünscht. 🙂

An dieser Stelle möchte ich mich noch kurz für den extrem langen Post und die riesige Menge an Bildern entschuldigen. Es fiel mir einfach schwer, es kürzer zu halten, da ich so unglaublich enthusiastisch war.

 

Die letzten Tage in Rotorua

Für das letzte Wochenende hatte ich mir etwas ganz besonderes ausgedacht – in der Hoffnung, dass ich den Kids in guter Erinnerung bleiben würde. Wie Kinder aber so sind, bin ich vermutlich in kürzester Zeit vergessen 😉

Samstag war gutes Wetter und ich wollte endlich noch nach Hamurana Spring fahren. Die Kids (nur die drei Mädels, Rylee war bei einem Freund) waren begeistert von meinem Vorschlag, ein Picknick und einen kleinen Spaziergang zu machen (und die beiden jüngsten wollten direkt los). Bevor es los ging, musste aber erst einmal der Picknickkorb vorbereitet werden. Wir backten Cupcakes, hatten jede Menge geschnittene Äpfel und Erdbeeren, eine Packung Chips und für jeden ein Sandwich. Natürlich hatte außer mir niemand Salat auf seinem Sandwich, das war den Mädels nichts. Wie sollte sowas gesundes auch irgendjemandem schmecken. Ich hingegen war völlig begeistert, mal wieder ein fast gutes Sandwich zu essen (Ja, nicht nur du leidest unter Sandwich-Entzug mein liebster Marco), und auf ein gutes Sandwich gehört natürlich Salat – sonst ist es ja doch wieder nur ein Toast.

Eigentlich wollten wir Ei-Sandwiches essen und kochten fröhlich Eier – aber beim Pellen war ich direkt über die Farbe der Eier verwundert. Irgendwie so bräunlich. Ich fragte die Mädels, ob das normal sei (wer weiß, hatte hier ja noch keine gekochten Eier vom Biohof in Neuseeland gegessen…) und die meinten erstmal „Ja das ist normal“. Beim weiteren Pellen allerdings stellte sich ein sehr komischer Geruch ein („Ieh das riecht ja wie Erdnussbutter“ stellte Addison irgendwann fest) und wir beschlossen, dass diese Eier sicherlich doch nicht mehr genießbar waren. Schade, so wurde aus unserem Ei-Sandwich ein Schinken-Käse-Sandwich. Auch keine schlechte Option, aber eben kein Ei-Sandwich.

Nachdem die Sandwiches fertig und der Picknickkorb gepackt waren ging es endlich los. Wir fuhren Richtung Hamurana und ich ließ mich von Google leiten, nur um den Mädels mal zu demonstrieren, wie absolut amüsant die Straßennamen ausgesprochen werden. Liegt vermutlich daran, dass mein deutsches Google die Buchstaben so zusammen liest, wie es nunmal in deutscher Sprache normal ist. Dass ich in keinem deutschsprachigen Land bin, weiß Google scheinbar nicht. Oder es ist ihm egal. Wird trotzdem alles Deutsch ausgesprochen. So wird zum Beispiel aus einer Terrace schnell eine Tee-Rass. Und aus einer Road eine Rot. Manche Straßennamen waren wirklich einfach nur zum Wegschmeißen, während ich mich hier so durch die Gegend gesucht habe – vor allem wenn der Name noch Maori enthielt (Achtung, Zungenbrecheralarm!).

Als wir beim Hamurana Spring ankamen, war erstmal alles toll. Die Sonne schien, es sah toll aus und wir fanden schnell einen Platz zum Hinsetzen. Wir picknickten gemütlich, aber dann fing plötzlich Cassidy an, ein richtiger Teenager zu werden und schlecht drauf zu sein. Als wir vom Picknick-Platz zur Quelle gelaufen sind, ging ihre schlechte Laune so weit, dass sie Addison urplötzlich in einem Anflug von Grantigkeit verletzt hat als sie ihr genervt eine Plastik-Verpackung aus der Hand riss – weil diese Addison nicht gleich geöffnet bekommen hat. Unnötige Aktion. Und die ganze Zeit hat sie gemeckert, dass die beiden Mädels nicht so lang trödeln sollen und sie noch aufräumen müssten, bevor Amy nach Hause kam. Dabei waren wir doch gerade erst angekommen und mal davon abgesehen dass es im Haus chaotisch wie immer war (und vermutlich niemand erwartete, dass die Mädels aufräumten) war auch noch genügend Zeit um in Ruhe den kleinen Spaziergang mit Spielen und Toben zu beenden und trotzdem noch aufzuräumen. Irgendwann nahm Cassidy dann meinen Vorschlag an, doch schonmal zum Auto zurück zu gehen und etwas auszuruhen wenn es ihr so schlecht geht (ich bin immer noch sicher, dass das die Teenarger-Krankheit war aber sie meinte sie hat Kopfschmerzen), wir kämen dann nach der Wanderung zurück. Und ab da hat es dann richtig ausgelassen Spaß gemacht.

Die Mädels zeigten mir springenden Sand in der Quelle und machten jede Menge Quatsch und Fotos. Außerdem hatten wir noch hartes Brot, was wir an gierige Enten verfütterten. Und als wir zum Auto zurückkehrten hatte auch Cassidy wieder bessere Laune und wir verfütterten noch das halbe steinharte Baguette aus meinem Kofferraum an die nächste Entenschar. Sicher keine tolle Tat, aber manchmal muss man den Spaß einfach machen 🙂

Als wir dann wieder zurück waren, räumten die Mädels tatsächlich etwas auf. Und nachdem Cassidy ihre Teenager-Laune nun auch noch an ihrer Mutter ausließ (und diesmal dafür richtig fett Anschiss bekam), fuhren wir gemeinsam zu Beaus Familie zum Abendessen (er selbst schaute leider nur kurz vorbei, da er arbeiten musste). Die wohnen nämlich – ebenso wie die anderen Großeltern- in der selben Straße, nur ein paar Hausnummern weiter entfernt. Verrückt. Nachdem es erst einmal nett war habe ich dann dort auch von den „schlimmen Dingen“ gehört, stand eine halbe Stunde lang mit offenem Mund vor dem Fernseher und konnte es nicht glauben. Plötzlich kam mir mein kleiner blöder Blog so unbedeutend vor. Seitdem fühle ich mich immer komisch, wenn mir Franzosen auf meiner Reise begegnen (eigentlich ziemlich dämlich, ich weiß). Und ich treffe viele…

Nichts desto trotz war das Essen an diesem Tag unglaublich gut. Aber sowas von. Es gab eine riesige Auswahl an Beilagen und tolles Fleisch. Ich war im Essenshimmel. Sogar frischen Pfeffer aus der Mühle konnte ich auf mein Essen streuen. Genial. Ohja, da weiß man, was einem fehlt.

Als wir dann zurück fuhren und ich – noch im Dunklen – in mein Zimmer trat, wusste ich sofort eines: Katze. Ich trat nämlich direkt auf eine kleine Packung Chips, die ich dort sicher nicht abgelegt hatte. Dieses kleine Mistvieh hatte sich mal wieder durchs kaum offene Fenster gezwängt und so gut wie alles an Essen aus meinem Zimmer gestohlen, was dort rum lag. Und mich mit unschuldigem Blick etwas erschrocken angeschaut, als ich plötzlich vor ihr stand. Ich könnte wirklich eine Abneigung gegen Katzen entwickeln bei diesem garstigen Exemplar. Nachdem ich die Katze aus der Wohnung geworfen hatte, saß sie stundenlang miauend unter meinem Fenster und hielt mich vom Schlafen ab. Dementsprechend müde war ich dann am nächsten Tag.

Besagter nächster Tag war höchst regnerisch. So sehr, dass Beau tatsächlich frei bekam – den Tag dann in der Küche verbrachte und putzte. Beeindruckendes Ergebnis, aber eben wie immer nicht sehr langanhaltend sauber. So ist das mit einer Großfamilie, bei der jeder nur Chaos hinterlässt.

Ich wollte am letzten gemeinsamen Tag noch etwas Zeit mit den Kids verbringen und bastelte so eine kleine Schnitzeljagd auf dem Hof. Kleine Hinweis-Zettel wurden von mir versteckt und sogar Rylee war mit Spaß bei der Suche dabei (damit hatte ich gar nicht gerechnet). Addison war so angetan, dass sie ihre eigene Schatzsuche machen wollte, allerdings verlief das nur bedingt erfolgreich. Nichts desto trotz habe ich noch ein paar schöne letzte Stunden mit den Kids verbracht. Nach der Schnitzeljagd unternahmen wir dann nichts mehr weiter und saßen alle gemeinsam noch etwas vorm Fernseher. Tolles Wetter für Nichtstun.

Zum Abendessen gab es dann mein Wunschessen: Selbstgemachte Burger. An der Beschaffung und Herstellung war ich nicht beteiligt. Und trotzdem, ja! Die waren riiiiichtig gut. Besser als im Restaurant. So endete dann der letzte gemeinsame Tag und ich packte langsam meine Sachen, um für den nächsten Tag und damit die Abreise bereit zu sein. Einerseits war ich sehr traurig, nun zu gehen, habe ich die Zeit letzten Endes doch sehr genossen. Andererseits war ich gespannt, was mich nun als nächstes erwarten würde. Ich war bereit für neue Abenteuer! Und wirklich, wirklich aufgeregt, was nun auf mich zukommen würde…

 

Lake Tarawera (Part 2) und ein verschüttetes Dorf

Puh, das waren ganz schön erlebnisreiche Tage mit Taupo und allem Pipapo. Obwohl ich in fünf Tagen abreisen würde und die letzten beiden Tage auf die Kids aufpassen musste, entschied ich mich, Donnerstag gar nichts zu tun. Einfach mal entspannen, ein bisschen recherchieren, etwas Fernsehen… Und dann fit in den nächsten Tag starten. Was für ein Leben!

Für Freitag war dann das letzte große Ereignis geplant: Die 15km Wanderung um den Lake Tarawera und ein Besuch im Buried Village. Ausnahmsweise kam ich mal pünktlich los, denn ich wollte die 15km nicht zurück wandern und musste um 15:30 Uhr pünktlich zur Abholung mit dem Wassertaxi an den heißen Quellen sein. Gegen 9:30 Uhr startete meine Wanderung am Wassertaxi-Stand „The Landing“ (ich sparte damit vielleicht 1-2 der 15 Kilometer, konnte dafür aber direkt nach der Abholung zur Buried Village fahren und musste nicht erst wieder zum Parkplatz wandern – denn mein Zeitpuffer um dem Dorf noch einen Besuch abzustatten war nicht sonderlich groß). Das Wetter war wieder einmal bestens und so war ich ziemlich vergnügt und beeindruckt von der tollen Natur um mich herum. Der Bush sah diesmal besonders toll und vielfältig aus und der See beeindruckte durch einen tollen Ausblick. Es war herrlich. Und vor allem herrlich anstrengend.

Zu der Wanderung selbst schaut ihr am besten die Vielzahl wundervoller Bilder an, die ich gemacht habe (Mensch, ist das immer schwer, die Bilder auf ein erträgliches Maß hinunter zu kürzen). Man sieht, wie sich wieder einmal die Landschaft verändert hat, je weiter ich lief. Anfangs noch der typische Dschungel gab es später wieder Moos und trockenere Bäume zu sehen. Und wieder einmal tausend verschiedene Farben, herrlich. Obwohl ich mich mittlerweile relativ fit fühlte und eigentlich auch den Eindruck hatte, entspannt aber zügig zu laufen, holten mich einige Wanderer ein, die ich dann nie wieder sah (eine Ausnahme traf ich später am Strand wieder). Hach, ich bin wohl doch eine lahme Wanderente. Aber immerhin, trotz Mittagspause und Entspannung habe ich die Strecke in rund 5 Stunden bewältigt, was der durchschnittlichen Wanderzeit laut Angaben in „diesem Internet“ entspricht.

Am Strand mit den heißen Quellen angekommen hatte ich zum Glück genügend Zeit, mal das heiße Wasser auszuprobieren. War das ein herrlicher Spaß. Ich zwängte mich also irgendwie in ein Handtuch gewickelt in den Bikini (sah bestimmt lustig aus, Marco hätte das wieder anders gemacht) und als ich gerade mit Umziehen fertig war, gesellte sich noch eine Chinesin zu mir, die ebenfalls ins Wasser wollte. Ich ging schon mal vor und checkte das Wasser ab – AUTSCH! Wie ich dann später herausgefunden habe, waren die heißen Quellen stolze 85°C heiß und das war wirklich eine nicht zu ertragende Temperatur. Im See selbst gab es extrem warme und extrem kalte Stellen und fand man mal eine Stelle, an der es angenehm warm war, konnte man sich sicher sein, dass der nächste Windhauch entweder eine heiße oder eine kalte Strömung bringen würde. Selbst der Boden war an einigen Stellen so heiß, dass man dort nicht drauf sitzen konnte. Als die Chinesin mit Umziehen fertig war, hatte ich eine Stelle gefunden, die alles in allem ganz angenehm war. Sie verzweifelte in ähnlicher Weise während sie zu mir lief („Ouch!“ „Ahhh hot!!!“ „It’s so cold!“) und nach rund 10 Minuten war es mir dann auch zu viel mit dem Wechselbad der Gefühle und ich hüpfte wieder aus dem Wasser. Definitiv ein Erlebnis, das ich nicht bereue und jedem ans Herz legen kann. Es war einfach irgendwie lustig, immer wieder wenige Zentimeter zu rutschen um wieder eine angenehme Temperatur zu finden. Aber doch nichts, um entspannt zu baden.

Als ich gerade aus dem Wasser kam, legte bereits das Wassertaxi an (huch, die Abfahrt sollte doch erst in 30 Minuten sein?) und so erfuhr ich, als ich der kleine Führung des Taxifahrers lauschte, von der tatsächlichen Wassertemperatur der Quellen, die mir davor nur unglaublich warm vorkamen. Naja, kein Wunder bei 85°C. Wenn man Eier in dem Sand verbuddelt, sind diese nach einigen Minuten gar. Das hätte ich gerne mal ausprobiert. Der Strand füllte sich allgemein mit immer mehr Menschen, die mit dem Taxi zurück fahren wollten (unter anderem wartete ein deutsches Paar gehobeneren Alters, er eigentlich recht entspannt und sie dauerzickig) und man unterhielt sich nett (mit Ausnahme der dauerzickigen Alten), während die Chinesin noch eine Fotosession im Wasser einlegte (was die dauerzickige Alte nur noch umso mehr entrüstete).

Nun noch ein ganz verrückter Fakt: Am nächsten Tag sollte der Marathon von Rotorua zu diesem Strand statt finden. Dementsprechend viel war dort bereits vorbereitet (was für ein Glück dass ich mir den richtigen Tag ausgesucht hatte, ich wusste davon nämlich nichts und hätte die Wanderung dann nicht mehr machen können). Wie verrückt ist das denn – ich fand die Wanderstrecke schon mit normalem Laufen anstrengend, diese absolut beeindruckenden Menschen rennen aber die gesamte Strecke – von Rotorua aus! Als mehr als drei mal so viel, wie ich ich an diesem Tag gelaufen bin.

Nachdem dann alle an Board waren, ging es in einer lustigen Fahrt zurück zum Bootssteg „The Landing“. Endlich mal etwas länger auf dem Wasser unterwegs war ich gleich noch glücklicher und konnte verfolgen, wo ich so überall lang gelaufen bin. Ein tolles Gefühl. Es war einfach beeindruckend zu sehen, wie viel Weg ich da wirklich zurückgelegt habe. Als wir dann am Wassertaxi-Stand anlegten, schwang ich mich direkt ins Auto und fuhr weiter zur Buried Village. Und nun endlich die Erklärung, was das ist: Als der Mt Tarawera seinerzeit ausgebrochen ist, hat er ja einige Dörfer unter sich begraben. Unter anderem dieses. Verschiedene Ausgrabungen haben dort diverse Gegenstände wieder zu Tage befördert und im Prinzip konnte man das komplette Dorf bewandern, auch wenn natürlich nur noch wenig davon zu Sehen war, wie es dort einmal ausgesehen haben muss. Verschiedene Briefe und Zeitungsartikel dokumentierten die Geschehnisse und es war wirklich hübsch aufbereitet. Man startete in einem kleinen entzückenden Museum und lief dann im Freien herum. Ein kleiner Wanderweg zu einem Wasserfall (natürlich, ohne geht’s hier nicht!) rundete den Tag ab.

Gegen 18 Uhr verließ ich dann als letzte den Parkplatz (das zugehörige Museum schloss bereits um 17 Uhr, die Anlage war aber noch frei begehbar) und fuhr zurück nach Hause, wo wieder mal ein tolles Abendessen auf mich wartete. Nunja, an das Essen in Neuseeland werde ich mich vermutlich nicht gewöhnen (das meiste schmeckt einfach so fad… ich freu mich schon so auf wieder selber kochen) aber immerhin ist es ein Luxus, den ich jetzt, nach 3 Wochen Improvisieren, absolut vermisse. 🙂

 

Eine lustige Bustour nach Wai-O-Tapu

Endlich bin ich beim Ausflug nach Wai-O-Tapu angekommen. Dies war, wie der ein oder andere schon weiß, mein absolutes Negativ-Highlight in Hinblick auf Kiwis und Freundlichkeit. Im Prinzip kann ich nur immer noch den Kopf über diesen Busfahrer schütteln… Aber fangen wir einmal von vorne an.

Ich hatte also entgegen meiner Gewohnheiten eine Bustour gebucht. Zum einen hat sie nur unwesentlich mehr Geld gekostet, als der Einritt allein. Ich dachte mir also, dass ich mir mal ein paar wenige Dollars Tankgeld spare. Zum anderen könnte ich dann vielleicht mal ein paar andere Menschen kennen lernen, da ich sonst ja immer alles alleine gemacht habe. Und nicht zuletzt musste ich so zu einer bestimmten Uhrzeit starten und konnte nicht wieder den halben Morgen vertrödeln. Also drei eindeutig gute Gründe. Oder eben auch nicht.

Ich machte mich also direkt morgens fertig, brachte Reegan zur Tagesmutter – und durfte gleich wieder zurück zum Haus fahren. Reegan hatte aus irgendeinem Grund keine Schuhe an und niemand hat es mitbekommen. Bis wir dann bei Carryn ankamen. Peinlich.

Nachdem ich die Schuhe dem Kind nachgeliefert hatte, machte ich mich diesmal wirklich auf in die Stadt. Ich parkte diesmal an einem großen Einkaufscenter (maximale Parkdauer von 3 Stunden würde ich überschreiten, fiel aber zum Glück niemandem auf) und wanderte von dort aus zum Info-Center, wo die Tour startete. Da stand ein kleiner Bus – ich glich nochmal den Namen des Unternehmens mit meiner Buchungsbestätigung ab, sah jemanden hineingehen und nach kurzem Zögern trat dann auch ich in den Bus. Von einem Mann wurde ich freundlich begrüßt, der Busfahrer telefonierte munter vor sich hin und ignorierte mich… Etwas planlos setzte ich mich dann also irgendwann. Und dann begann der unermüdliche Groll zwischen dem Fahrer und mir.

Er war also irgendwann fertig mit telefonieren. Sonnenbrille tragend fragte er munter in den Raum „How are you?“ und setzte dann irgendwas von wegen Ticket hinterher. Ich habe mich natürlich nicht persönlich angesprochen gefühlt. Und das war ein Fehler. Kurz darauf fragte er unwirsch von wegen „Junge Dame die hier gerade eingestiegen ist“ und erst da hab ich gecheckt, dass er nicht mit dem gesamten Bus redet sondern mit mir. Ich also „Ähh ja klar hab ich ein Ticket“, gehe vor und halte ihm für eine Hundertstelsekunde mein Telefon vor die Nase – sagt er ok. Frag ich ob er sonst noch was braucht (meinen Namen oder eine Buchungsnummer konnte er in der kurzen Zeit sicher nicht erkannt haben) meint er nö. Ich also weiterhin völlig irritiert, setze mich wieder auf meinen Platz.

Bevor es los ging konnte ich noch ein paar andere Menschen beobachten, die von ihm ähnlich „freundlich“ begrüßt wurden. Die meisten wurden nun allerdings draußen schon freundlich mit „Ticket“ – mehr auch nicht – begrüßt und einige sahen ähnlich irritiert aus wie ich. 5 Minuten vor der offiziellen Zeit fuhren wir dann los – eilig hatte er es also auch noch. Immerhin, nach ein paar Minuten fahrt bequemte er sich dann doch noch, mal alle zu begrüßen und gab dann tatsächlich sogar noch ein paar interessante Infos zu Rotorua und zur Strecke. Seine Sonnenbrille nahm er übrigens die ganze Zeit über nicht ab.

Unser erster planmäßiger Halt war eine Matschgrube, an der wir ungewöhnlich viel Zeit hatten – da man außer einmal anschauen dort nichts machen konnte. Weiter ging es zum Geysir, der täglich einmal ausbrach. Allerdings nicht, wie ich zunächst dachte, auf natürlichem Weg. Nein, dort wird etwas Seife hinein gefüllt und dann geht’s ab. Entdeckt wurde dieses Phänomen angeblich von einer Kolonie Sträflinge, die ihre Wäsche im Geysir waschen wollten und nach wenigen Minuten dann ein ernsthaftes Geysir-Problem hatten.

Nachdem die Seife in die Öffnung gesteckt wurde, konnte man nach einer kurzen Zeit des Nichtssehens sehen, wie die Seife langsam hoch kam, übersprudelte und dann plötzlich Schoss das Ding in die Höhe. Coole Sache. Der Geysir würde übrigens auch ohne Seife auf natürlichem Wege ausbrechen, allerdings in unregelmäßigem Abstand von bis zu 72 Stunden. Das ganze ist also doch nicht ganz so künstlich wie es nun schien, aber so kann man natürlich besser Touristen anlocken. 🙂

Da unser netter Busfahrer uns für den Geysir nicht so viel Zeit gegeben hatte, bin ich direkt nach dem ersten Ausbruch aufgestanden (wie die meisten, tolle Touren…) obwohl ich gerne noch etwas länger geblieben wäre. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob der nette Herr warten würde, wenn man sich verspätete. Wieder am Bus stieg ich wieder nach jemand anderem ein und setzte mich. Der vor mir eingestiegene kam gerade vom Busfahrer zurück, der munter „Where are you from“ plapperte. Ich dachte also wieder mal, er meint die Person, die gerade bei ihm vorne war. Nein, er meinte mich, wie er mir dann mitteilte – Sonnenbrille noch immer auf. Und dann der Knaller: Ich würde mich wohl gerne hineinschleichen. Da ist mir dann die Hutschnur geplatzt und ich hab ihm gesagt dass es doch ganz schön unhöflich ist, mit Sonnenbrille zufällig in den Raum zu sprechen und zu erwarten dass man weiß, mit wem er redet. Er laberte darauf nur was von wegen „Sonnenbrille sei common sense“ und ich hab dann auch nicht weiter diskutiert. Arroganter Mistkerl. Immerhin: Mein Ticket für den Parkeintritt habe ich dann noch von ihm erhalten. Und als wir dort endlich ankamen, war ich den Typen auch erstmal los. Endlich.

Die Wanderung selbst fühlte sich diesmal sehr unter Druck an, da ich ja zum Zeitpunkt X wieder am Bus sein müsste (ich war mir sicher, dass DIESER Typ nicht warten würde). Ich habe mir trotzdem so viel Zeit wie möglich genommen und die lange Tour gemacht und wieder mal viele Menschen an mir vorbeihekten sehen. Wieder mal fragte ich mich, warum immer so eine Hektik herrscht statt dass man die Natur einfach mal genießt. Da bezahlt man so viel Eintritt und rennt dann einfach nur kopflos durch? Was hat man denn davon? Ich merke mir: Lieber weniger machen und das in Ruhe als tausend Sachen nur halb.

Was es im Park zu sehen gab, schaut ihr euch einfach auf den Fotos an. Viel Ungewöhnliches gab es für mich nicht mehr zu sehen, das meiste war doch irgendwie schon mal da. Lediglich der riesig große See mit rot dampfenden Wolken (manchmal so stark, dass man keine zwei Meter weit mehr schauen konnte) und der giftig grüne kleine See am Ende waren ein besonderes Highlight dieser Tour. Meine Wanderung beendete ich mit einem kleinen Bummel durch den Shop, in dem ich diesmal eine kleine Kiwi-Kette kaufte. Bei einem Preis von 5€ wäre ich nicht zu traurig, wenn sie schnell kaputt geht – aber bisher hält sie tapfer trotz täglichem Tragens. 🙂

Ich war also pünktlich wieder am Bus und gesellte mich zu den anderen wartenden Personen vorm Bus. Der Fahrer saß im Bus. Mit Sonnenbrille. Alle anderen warteten vor dem Bus. Der Fahrer saß immer noch im Bus und hupte nun ungeduldig dass wir doch endlich einsteigen sollten. Was war dem wohl nur für ne Laus über die Leber gelaufen?

Auf dem Rückweg kamen wir noch an heißen Quellen vorbei in denen man hätte baden können, hätte man keine Tour gebucht. Meine Erwartungen an den Tag wurden also nicht erfüllt. Weder war es nett noch habe ich irgendwen kennen gelernt. Ich war genauso allein unterwegs wie sonst auch. Die Tour war zwar etwas informativ aber auch nur etwas und der Fahrer ein allgemeines Ärgernis. Der einzige Vorteil war, dass ich nun mal ein paar Fotos von der Landschaft beim Fahren machen konnte. Das war dann aber auch alles. Als die Tour vorbei war und ich ausstieg, sagte ich weder Danke noch wünschte ich ihm einen guten Tag. Das beruhte dann auch auf Gegenseitigkeit.

Erfreulich war dann allerdings, dass mein Auto noch ohne Strafzettel dort stand, wo ich es abgestellt hatte. Mit dem ging es nun nach Hause. Erstmal von diesem Unfreundlichkeits-Schock erholen und entspannen hieß es nun! Und noch etwas war erfreulich: Dieses Beispiel an Unfreundlichkeit hat sich so nicht mehr wiederholt. Die Menschen sind hier eigentlich total nett und herzlich, wahrscheinlich ist mir das Verhalten nur deswegen so besonders negativ aufgefallen.

 

Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: