Lake Tarawera (Part 2) und ein verschüttetes Dorf

Puh, das waren ganz schön erlebnisreiche Tage mit Taupo und allem Pipapo. Obwohl ich in fünf Tagen abreisen würde und die letzten beiden Tage auf die Kids aufpassen musste, entschied ich mich, Donnerstag gar nichts zu tun. Einfach mal entspannen, ein bisschen recherchieren, etwas Fernsehen… Und dann fit in den nächsten Tag starten. Was für ein Leben!

Für Freitag war dann das letzte große Ereignis geplant: Die 15km Wanderung um den Lake Tarawera und ein Besuch im Buried Village. Ausnahmsweise kam ich mal pünktlich los, denn ich wollte die 15km nicht zurück wandern und musste um 15:30 Uhr pünktlich zur Abholung mit dem Wassertaxi an den heißen Quellen sein. Gegen 9:30 Uhr startete meine Wanderung am Wassertaxi-Stand „The Landing“ (ich sparte damit vielleicht 1-2 der 15 Kilometer, konnte dafür aber direkt nach der Abholung zur Buried Village fahren und musste nicht erst wieder zum Parkplatz wandern – denn mein Zeitpuffer um dem Dorf noch einen Besuch abzustatten war nicht sonderlich groß). Das Wetter war wieder einmal bestens und so war ich ziemlich vergnügt und beeindruckt von der tollen Natur um mich herum. Der Bush sah diesmal besonders toll und vielfältig aus und der See beeindruckte durch einen tollen Ausblick. Es war herrlich. Und vor allem herrlich anstrengend.

Zu der Wanderung selbst schaut ihr am besten die Vielzahl wundervoller Bilder an, die ich gemacht habe (Mensch, ist das immer schwer, die Bilder auf ein erträgliches Maß hinunter zu kürzen). Man sieht, wie sich wieder einmal die Landschaft verändert hat, je weiter ich lief. Anfangs noch der typische Dschungel gab es später wieder Moos und trockenere Bäume zu sehen. Und wieder einmal tausend verschiedene Farben, herrlich. Obwohl ich mich mittlerweile relativ fit fühlte und eigentlich auch den Eindruck hatte, entspannt aber zügig zu laufen, holten mich einige Wanderer ein, die ich dann nie wieder sah (eine Ausnahme traf ich später am Strand wieder). Hach, ich bin wohl doch eine lahme Wanderente. Aber immerhin, trotz Mittagspause und Entspannung habe ich die Strecke in rund 5 Stunden bewältigt, was der durchschnittlichen Wanderzeit laut Angaben in „diesem Internet“ entspricht.

Am Strand mit den heißen Quellen angekommen hatte ich zum Glück genügend Zeit, mal das heiße Wasser auszuprobieren. War das ein herrlicher Spaß. Ich zwängte mich also irgendwie in ein Handtuch gewickelt in den Bikini (sah bestimmt lustig aus, Marco hätte das wieder anders gemacht) und als ich gerade mit Umziehen fertig war, gesellte sich noch eine Chinesin zu mir, die ebenfalls ins Wasser wollte. Ich ging schon mal vor und checkte das Wasser ab – AUTSCH! Wie ich dann später herausgefunden habe, waren die heißen Quellen stolze 85°C heiß und das war wirklich eine nicht zu ertragende Temperatur. Im See selbst gab es extrem warme und extrem kalte Stellen und fand man mal eine Stelle, an der es angenehm warm war, konnte man sich sicher sein, dass der nächste Windhauch entweder eine heiße oder eine kalte Strömung bringen würde. Selbst der Boden war an einigen Stellen so heiß, dass man dort nicht drauf sitzen konnte. Als die Chinesin mit Umziehen fertig war, hatte ich eine Stelle gefunden, die alles in allem ganz angenehm war. Sie verzweifelte in ähnlicher Weise während sie zu mir lief („Ouch!“ „Ahhh hot!!!“ „It’s so cold!“) und nach rund 10 Minuten war es mir dann auch zu viel mit dem Wechselbad der Gefühle und ich hüpfte wieder aus dem Wasser. Definitiv ein Erlebnis, das ich nicht bereue und jedem ans Herz legen kann. Es war einfach irgendwie lustig, immer wieder wenige Zentimeter zu rutschen um wieder eine angenehme Temperatur zu finden. Aber doch nichts, um entspannt zu baden.

Als ich gerade aus dem Wasser kam, legte bereits das Wassertaxi an (huch, die Abfahrt sollte doch erst in 30 Minuten sein?) und so erfuhr ich, als ich der kleine Führung des Taxifahrers lauschte, von der tatsächlichen Wassertemperatur der Quellen, die mir davor nur unglaublich warm vorkamen. Naja, kein Wunder bei 85°C. Wenn man Eier in dem Sand verbuddelt, sind diese nach einigen Minuten gar. Das hätte ich gerne mal ausprobiert. Der Strand füllte sich allgemein mit immer mehr Menschen, die mit dem Taxi zurück fahren wollten (unter anderem wartete ein deutsches Paar gehobeneren Alters, er eigentlich recht entspannt und sie dauerzickig) und man unterhielt sich nett (mit Ausnahme der dauerzickigen Alten), während die Chinesin noch eine Fotosession im Wasser einlegte (was die dauerzickige Alte nur noch umso mehr entrüstete).

Nun noch ein ganz verrückter Fakt: Am nächsten Tag sollte der Marathon von Rotorua zu diesem Strand statt finden. Dementsprechend viel war dort bereits vorbereitet (was für ein Glück dass ich mir den richtigen Tag ausgesucht hatte, ich wusste davon nämlich nichts und hätte die Wanderung dann nicht mehr machen können). Wie verrückt ist das denn – ich fand die Wanderstrecke schon mit normalem Laufen anstrengend, diese absolut beeindruckenden Menschen rennen aber die gesamte Strecke – von Rotorua aus! Als mehr als drei mal so viel, wie ich ich an diesem Tag gelaufen bin.

Nachdem dann alle an Board waren, ging es in einer lustigen Fahrt zurück zum Bootssteg „The Landing“. Endlich mal etwas länger auf dem Wasser unterwegs war ich gleich noch glücklicher und konnte verfolgen, wo ich so überall lang gelaufen bin. Ein tolles Gefühl. Es war einfach beeindruckend zu sehen, wie viel Weg ich da wirklich zurückgelegt habe. Als wir dann am Wassertaxi-Stand anlegten, schwang ich mich direkt ins Auto und fuhr weiter zur Buried Village. Und nun endlich die Erklärung, was das ist: Als der Mt Tarawera seinerzeit ausgebrochen ist, hat er ja einige Dörfer unter sich begraben. Unter anderem dieses. Verschiedene Ausgrabungen haben dort diverse Gegenstände wieder zu Tage befördert und im Prinzip konnte man das komplette Dorf bewandern, auch wenn natürlich nur noch wenig davon zu Sehen war, wie es dort einmal ausgesehen haben muss. Verschiedene Briefe und Zeitungsartikel dokumentierten die Geschehnisse und es war wirklich hübsch aufbereitet. Man startete in einem kleinen entzückenden Museum und lief dann im Freien herum. Ein kleiner Wanderweg zu einem Wasserfall (natürlich, ohne geht’s hier nicht!) rundete den Tag ab.

Gegen 18 Uhr verließ ich dann als letzte den Parkplatz (das zugehörige Museum schloss bereits um 17 Uhr, die Anlage war aber noch frei begehbar) und fuhr zurück nach Hause, wo wieder mal ein tolles Abendessen auf mich wartete. Nunja, an das Essen in Neuseeland werde ich mich vermutlich nicht gewöhnen (das meiste schmeckt einfach so fad… ich freu mich schon so auf wieder selber kochen) aber immerhin ist es ein Luxus, den ich jetzt, nach 3 Wochen Improvisieren, absolut vermisse. 🙂

 

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