Tägliche Archive: 24. Oktober 2015

Die ersten Tage

Die ersten Tage sind recht erfolgreich überstanden. Montag bis Mittwoch habe ich die Kinder nachmittags betreut, Donnerstag und Freitag hatte ich frei und habe ein wenig die Umgebung erkundet. Leider lässt das Wetter zu wünschen übrig, außer Freitag hat es nun jeden Tag geregnet und war allgemein sehr unangenehm – kühl und düster (okay, es gab auch einige lichte Momente…). Obwohl ich noch nicht viel gemacht habe, hab ich trotzdem schon einiges erlebt – allem voran das spannende Erlebnis, wie man hier ein Konto eröffnet.

Die Herausforderung, ein neuseeländisches Bankkonto zu eröffnen, brauchte insgesamt drei Anläufe, ist dann aber erstaunlich schnell erledigt gewesen. Erst einmal ist es nicht möglich, ein Konto zu eröffnen, wenn man keinen festen Wohnsitz in Neuseeland hat. Eine Adresse reicht nicht aus, auch keine Bestätigung per E-Mail – selbst als Amy dabei war reichte ihre Anwesenheit nicht aus, eine schriftliche Bestätigung von ihr war nötig. Verrückt. Am ersten Tag, also direkt Sonntag, scheiterte es also an einer Bestätigung meiner Anschrift. Nach meiner Ankunft in Rotorua bin ich mit Amy Montag zu ihrer Bank gefahren (mit einer Bank bei der sie nicht Kunde ist wäre es noch komplizierter gewesen), aber leider konnte ich trotzdem kein Konto eröffnen. Wir mussten vorher unbedingt einen Termin für den nächsten Tag machen, keine Chance sonst. Also am Dienstag erneut zur Bank fahren – und diesmal hat es stolze 40 Minuten beim Bankberater gedauert, bis die Eröffnung abgeschlossen war. Verrückt! Verrückt war auch, dass ich direkt eine Karte bekam, die PIN kann man direkt vor Ort aussuchen und in die Karte „programmieren“. Nichts von wegen Brief und zugewiesene PIN. Verrückt? Verrückt! Mittlerweile habe ich auch meine DebitCard zugeschickt bekommen, die ist tatsächlich doch personalisiert (eine echte Kreditkarte ist das nicht, aber sie hat einige zusätzliche Funktionen in Ergänzung zu der Sofort-Karte), damit kann ich nun sogar alleine meinen Wohnort nachweisen. Beeindruckt war ich von den horrenden Kosten, wenn ich vom deutschen auf das neuseeländische Konto überweisen möchte (wenn ich das richtig verstanden habe sind das ganze $19). Dann doch lieber kostenlos vom deutschen Konto abheben und direkt auf das neuseeländische einzahlen. Und noch ein letztes mal: verrückt!

Mittwoch Vormittag habe ich eine kleine Wanderung in der Nähe unseres Hauses gemacht. Leider gibt es auf dem Land keine Bürgersteige, so richtig Spaß macht das Laufen in Straßennähe also nicht. Daher war ich nach einer Stunde schon wieder zurück und etwas demotiviert. Ein paar Fotos habe ich auch gemacht, dann aber stolz festgestellt, dass ich gar keine Möglichkeit habe, sie von der SD Karte auf den Laptop zu bekommen (mittlerweile habe ich einen Adapter gekauft, es wird nun also auch Fotos geben). Donnerstag war ich dann in der Stadt und habe das Information center aufgesucht und mich mit einem riesigen Stapel an Prospekten eingedeckt, den ich mittlerweile sogar sichten und für mich sortierten (und nebenbei mit Preisen versehen) konnte. Und herrje, ist Neuseeland teuer! Man bezahlt für die meisten Sehenswürdigkeiten mindestens $30! Das Museum zB verlangt $20 Eintritt von Touristen (und ist für Einwohner von Rotorua kostenlos). Die verschiedenen Maori-Sehenswürdigkeiten kosten sogar bis zu $100! Und mein erster Einkauf in einem der günstigsten großen Supermärkte sorgte dafür, dass ich Amy die ganze Zeit mit großen Augen durch die Gänge hinterher lief und nicht glauben konnte, dass zB 2 Tüten Milch im günstigen Angebot „nur“ $5 kosten. (Lustig war auch für Fülle an deutsch anmutenden Worten wie zB Muesli Bar.)
Kleiner Hinweis am Rande: $100 entsprechen derzeit gut 61€, man kann also etwa 1/3 vom NZD Preis abziehen um auf den EUR Preis zu kommen.

Obwohl der Jetlag unerwartet gering ausfiel – nach nur 2 Tagen war ich zu neuseeländisch normalen Zeiten wach und munter – hat sich jetzt auch schon wieder das aus Berlin wohlbekannte Problem eingeschlichen, dass ich mitten in der Nacht aufwache und nicht mehr einschlafen kann. Ich habe also viel, viel Zeit und vertrödel dann trotzdem den ganzen Tag. Es ist also mittlerweile fast alles wie zu Hause 😀 Allerdings fühle ich mich bisher noch nicht so richtig wohl. Mir fehlt wohl einfach mein tolles zu Hause (das ich gleich noch mehr zu würdigen weiß) und Kontakt mit anderen Menschen, die nicht meine Gastfamilie sind. Die ersten Tage war meine besten Freunde wohl mein toller EBook-Reader (mit bestem Dank an den Sponsor!) und meine Keks-Schokolade (auch möchte ich dem Sponsoren danken :*). Trotzdem bin ich froh, hier zu sein, sonst hätte ich mich immer gefragt was wäre wenn und es doch vermisst. Und wenn Marco erstmal da ist, wird es bestimmt noch ein absolut toller Urlaub! Zumindest habe ich das Gefühl, nun für neue Orte viel besser vorbereitet zu sein, nachdem ich hier nun einiges Wissen ums „Was Wie Wo“ angehäuft habe. 🙂

Nun präsentiere ich noch stolz ein paar erste Fotos von der kurzen Erkundungstour am Mittwoch:

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